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  • Gastbeitrag

    Strümpfe gross

    Kinder zu Hause fotografieren

    - gewusst wie

    Als ich mein geliebtes Fotostudio in der Winterthurer Altstadt noch nicht hatte, besuchte ich meine Kundinnen und Kunden oft zu Hause für das Fotoshooting. Einerseits war das natürlich sehr spannend für mich, andererseits aber auch immer eine kleine Herausforderung, da ich nie so genau wusste, was mich erwarten würde.

    Anfangs machte ich oft den Fehler, mich bei der Auswahl eines geeigneten Plätzchens für das Fotoshooting von der Einrichtung (ver-)leiten zu lassen. Sprich, ich habe geschaut, wo die schönsten Möbel stehen, und die Bilder dann dort gemacht. Mit der Zeit habe ich dem Licht mehr und mehr Raum gegeben –zum Schluss habe ich mich sogar nur noch nach dem Licht gerichtet und die Möbel notfalls verschoben.

    Wie findet man das beste Licht in einer Wohnung?

    Bei dieser Frage gehe ich jeweils ganz systematisch vor. In erster Linie fallen alle Zimmer mit direkter Sonneneinstrahlung weg. Denn wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten, und das möchte ich bei meinen Bildern wenn möglich vermeiden. Ist es draußen bewölkt, ist es natürlich einfach. Ansonsten ist man diesbezüglich mit Räumen, die gegen Norden gehen, auf der sicheren Seite. Mein Studio ist übrigens auch gegen Norden gerichtet, und da arbeite ich ebenfalls nur mit Tageslicht. Als nächstes schaue ich, wo sich die größten Fenster befinden, idealerweise natürlich bodentief. Denn wenn man Kinder zu Hause fotografieren möchte, muss man immer bedenken, dass die ja maximal mit dem Kopf bis zum Fenster hoch reichen und somit der restliche Körper auf den Bildern immer etwas dunkler sein wird. Also je tiefer die Fenster desto besser. Wenn diese Punkte erfüllt sind, schaue ich mir als letztes die Einrichtung an. Aber meistens braucht es gar nicht so viel. Nur schon das Kind ganz nah am Fenster zu platzieren und es bitten, rauszuschauen und zu erzählen, was es alles sieht, kann wunderschöne Bilder geben.

    kid looking out of the window
    Versuche den richtigen Winkel zu finden, um die Spiegelung im Fenster einzufangen.

    Je mehr helle Farben, desto heller die Bilder

    Ideal ist es auch immer, wenn die Fenster über feine weiße Vorhänge verfügen. Diese wirken wie ein Diffusor und machen das Licht schön weich und gleichmäßig. Überhaupt wirken viele weiße Flächen in einer Wohnung sehr unterstützend, da sie das Licht reflektieren. Ein großes schwarzes Ledersofa hingegen schluckt extrem viel Licht. Dasselbe gilt übrigens auch für die Kleidung. Je mehr helle Farben die Kinder tragen, umso besser. Auch ich als Fotografin trage während des Shootings kein Schwarz, da dies unnötig Licht schlucken würde. Starke Farben wie Rot oder Grün können unschöne Farbstiche auf den Bildern hinterlassen. In der Nachbearbeitung können solche Fehler natürlich korrigiert werden. Wenn du die Bilder jedoch nicht bearbeitest, solltest du ein wenig darauf achten.

    Ebenfalls bitte ich die Eltern immer, alle künstlichen Lichtquellen auszuschalten. Künstliche Lichtquellen haben eine andere Farbtemperatur als Tageslicht, was zu Mischlicht führt. Der Weißabgleich der Kamera kann dann schnell überfordert sein und es kommt zu Farbabweichungen. Wenn du also mit den gegebenen Lichtverhältnissen auf künstliches Licht verzichten kannst, dann tu es.

    kid taking a glimpse into the oven
    Der helle Boden und die weiße Küche reflektieren viel Licht.

    Die Kunst der inszenierten Spontanität

    Die erste Hürde mit dem Licht wäre also geschafft. Widmen wir uns der zweiten: den Kindern. Aus Erfahrung weiß ich, dass das Fotografieren des eigenen Kindes viel stressiger sein kann, als das Fotografieren fremder Kinder. Ich weiß wirklich, wovon ich rede. Nicht ohne Grund lasse ich meinen Sohn einmal pro Jahr von einer anderen Fotografenkollegin ablichten. Denn erstens hören die Kinder weniger auf die eigene Mama als auf fremde Fotografinnen und zweitens sieht die Mama immer noch die Haarsträhne, die absteht, oder die Nutella-Spuren im Mundwinkel und kann sich so weniger aufs Fotografieren selbst konzentrieren.

    Was ist nun die Lösung für dieses Problem? Wichtig ist: Nimm dir Zeit dafür und versuche, es dir in den Tag einzuplanen. Spontan zu fotografieren ist toll, mit Kindern aber echt schwer umzusetzen. Denn ein toller Moment hat sich bestimmt verflüchtigt, bis du die Kamera hervorgeholt und richtig eingestellt hast. Deshalb liebe ich die inszenierte Spontanität. Was das heißt? Plane eine Aktivität. Was ich immer super finde, ist, die Kinder beispielsweise in der Badewanne zu fotografieren. Mit extra viel Schaum. Oder beim Turm bauen mit den neuen Kapla-Hölzern, die sie zu Weihnachten geschenkt bekommen haben. Wichtig ist, dass sie es alleine tun können und nicht ständig deine Hilfe brauchen. Und es sollte etwas sein, mit dem sie mindestens zehn Minuten beschäftigt sind – Fernsehen ausgeschlossen. Das klingt nach wenig, aber wir Eltern wissen, wie hochgesteckt dieses Ziel ist. Oder aber ein Elternteil beschäftigt die Kinder und der andere fotografiert. Natürlich sind das alles inszenierte Situationen. Aber das Schöne an Kindern ist, dass sie auch in inszenierten Situationen zu 100 Prozent spontan handeln. Denn Kinder vergessen sich sofort und sind einfach nur sich selbst. Nur ein Grund, weshalb es so dankbar ist, Kinder zu fotografieren. Jetzt liegt es nur noch an dir, diese Spontanität einzufangen.

    Passend zur Jahreszeit: Plätzchen backen

    Vor ein paar Tagen durfte ich eine Familie besuchen und die Kinder beim Plätzchenbacken fotografieren. Ebenfalls etwas, das Kinder super gerne machen und ein tolles Thema für Weihnachtskarten oder Geschenke. Es bedarf ein bisschen Vorbereitung und die Sauerei danach ist nicht zu unterschätzen, aber ich finde, es lohnt sich.

    kids making dough
    kids in the making of dough
    Kid mixing dough
    Kid tasting
    Kids Colour
    Kids Cookies

    Die Kinder hatten super viel Spaß und es brauchte nur wenig Anweisungen. Durch die vielen Fenster rundherum und die weiße Küche hatte ich genügend Licht, trotz eher düsterem Wetter draußen. Die Kinder befanden sich praktisch immer am selben Ort, und ich habe mich um sie herumbewegt und verschiedene Perspektiven eingenommen. Überlass die Kinder ihrem Tun und lenke sie nicht zu sehr mit Anweisungen ab. Das bringt meistens zu viel Unruhe ins Geschehen.

    Was ich auch immer schön finde, sind Details. Die Kinder müssen nicht immer vollständig auf dem Bild zu sehen sein. Gerade solche Detailaufnahmen werten deine Galerie auf und machen sie besonders.

    Strümpfe gross
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    Weihnachtsgruß per Post

    Mit den Bildern aus dem Plätzchen-Shooting habe ich zwei verschiedene Fotogrußkarten gestaltet. Einmal Postkarten im klassischen Postkartenformat und einmal etwas verspieltere gefaltete Grußkarten. Bei den vielen Designvorlagen habe ich mich für zwei schlichte, aber weihnachtliche Designs entschieden.

    Ebenfalls ganz süß finde ich den Schüttelrahmen im Format 10 x 15 cm, den ich mir gut als Geschenk für die Großeltern vorstellen kann. Passend zur Jahreszeit habe ich als Füllung den Schnee gewählt, es gibt ihn aber auch mit Sand oder kleinen Herzchen.

    Karten1
    Profilbild Sarah

    Sarah Menzi ist Familienfotografin aus Leidenschaft und Mutter eines Sohnes. Mit ihrer Familie wohnt sie in Winterthur, wo sich auch ihr wunderschönes Tageslichtstudio im Boho-Stil mitten in der Altstadt befindet. Ihre Bilder sind schlicht und emotional. Auf www.sarahmenzi.com sowie Facebook und Instagram findest du viele ihrer natürlichen Bilder von Babys, Familien und schwangeren Bald-Mamas.

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