Foodstyling

Das Auge isst mit – so rücken Sie Essen ins richtige Licht

Veronika Studer ist leidenschaftliche Köchin und Bäckerin. Doch ihre Leidenschaft geht über das Kochen hinaus: sie umfasst auch das Foodstyling sowie die ansprechende fotografische Inszenierung und das Ablichten von Lebensmitteln und Speisen. Denn bekanntlich isst das Auge immer mit! Hier gibt sie einige Tipps für die erfolgreiche Foodfotografie mit dem Smartphone.

Das A und O der Foodfotografie: Ansprechende Inszenierung

Ein Großteil unseres Lebens dreht sich um das Thema Essen. Es ist wesentlich für unser Wohlbefinden und somit erscheint es nur natürlich, dass ein schön inszeniertes Foto unserer Mahlzeit hungrig macht. Essen ist nicht nur essenziell, sondern auch wunderschön verschiedenartig. Weil es in so vielen möglichen Formen, Texturen und Farben vorkommt, wird es nie langweilig, es zu fotografieren.  

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Es braucht keine großartigen Requisiten, um Lebensmittel in Szene zu setzen – dafür aber ein gutes Auge und das richtige Gespür

Niemand wird als Foodstylist oder -fotograf geboren. Es ist etwas, das wir uns mit der Zeit, mit viel Geduld und viel Übung aneignen. Auch Sie können sich das nötige technische Know-how und kreative Grundwissen lernen und dann damit experimentieren: Kochen Sie, um anzufangen, dasselbe köstliche Essen, das Sie in den Magazinen oder auf Instagram sehen und setzen Sie es dann ansprechend in Szene, bevor Sie es fotografieren. Sie können dabei alles sein: Koch, Fotograf und Stylist in einem.  

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Auf die richtige Präsentation kommt es an
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Gut komponierte Bilder erzählen Geschichten

Fotografisches Grundwissen ist Voraussetzung

Wenn Sie die Grundlagen erst einmal beherrschen, können Sie sich eigenständig weiterentwickeln, Ihren eigenen Stil finden und Ihre persönliche und unverkennbare Bildsprache finden. Die Menge an Foodfotos im Internet ist enorm, aber ein schönes, gut komponiertes Bild wird immer hervorstechen – selbst dann, wenn es mit dem Smartphone aufgenommen wurde. Seien Sie mutig und haben Sie keine Angst davor, neue Dinge auszuprobieren; experimentieren Sie mit der Komposition, die Ihre Bilder schlussendlich von anderen abheben. So können Sie Geschichten erzählen und Emotionen wecken!


Foodfotografie mit dem Smartphone

Die Kamera selbst ist nur ein Instrument, mit dem Sie Ihre Vision festhalten. Es ist egal, wie professionell Ihre Ausrüstung ist, es sei denn, Sie lernen, wie man sie benutzt und kontrolliert, um das Beste herauszuholen. Die Wahrheit ist, dass Smartphone-Kameras heute schon sehr hochwertige Bilder machen können!  

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Heute wird die professionelle Kamera häufig durch die Smartphone-Kamera ersetzt

Wenn wir über Smartphone-Foodfotos sprechen, kommen sofort Instagram und andere Social-Media-Plattformen in den Sinn. Um sich hier von der schier unendlichen Masse an Foodfotos abzuheben, reicht es nicht, einfach auf den Auslöser zu drücken. Ein gut gemachtes Smartphone-Foto ist eine Kunst und kann durchaus für Ihren Blog oder sogar in gedruckter Form verwendet werden. Dazu sind bestimmte Grundlagen wie Verschlusszeit, Blende, Tiefenschärfe, Lichtkomposition und zu guter Letzt das Styling zu beachten, egal ob es sich dabei um eine professionelle Kamera oder ein Smartphone handelt. Ein anderer wichtiger Faktor ist die Bildgröße, die die Kamera Ihres Smartphones produzieren kann, und wie viele Fokuspunkte sie hat – speziell dann, wenn Sie die Fotos auf Ihrem Blog, Instagram oder anderen Medien veröffentlichen möchten.  

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Richtig inszeniert und belichtet machen selbst die einfachsten Gerichte schon viel her – auch wenn sie mit dem Smartphone aufgenommen wurden

Es gibt mehrere Apps, die Ihr Handy beinahe zu einer Spiegelreflexkamera aufwerten. Ich nutze VSCO und ProCamera, aber es gibt auch viele andere Apps, die diesen Zweck erfüllen. Sie ermöglichen es Ihnen, manuell den Weißabgleich, den ISO-Wert und die Belichtung mithilfe eines Schiebereglers einzustellen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Rasterüberlagerung auf dem Bildschirm zu aktivieren, die bei der Komposition hilft und die außerdem dafür sorgt, dass das Motiv nicht schräg steht – eine der ersten Grundlagen, die kein professionelle Fotograf außer Acht lässt.

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Ein gutes Bild steht und fällt mit der richtigen Ausrichtung

Es gibt beinahe jede technische Hilfe, um mit einem Smartphone wunderschöne Bilder zu schießen. Wenn Sie Foodfotos ausschließlich mit dem Smartphone erstellen wollen, ist die Investition in einen externen Auslöser und ein Stativ allerdings genauso wichtig wie bei Digitalkameras, weil Sie damit erstens die Hände frei haben, um zu stylen oder nachzujustieren, und zweitens, weil die Bilder dann viel schärfer werden als wenn sie mit freier Hand abdrücken.
Einige wichtige Punkte sollten Sie beim Fotografieren mit einem Smartphone unbedingt berücksichtigen. Am wichtigsten: Verwenden Sie niemals das eingebaute Blitzlicht.  

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Das richtige Maß an Licht ist ausschlaggebend

Auch die Winkel, die Sie beim Fotografieren mit dem Smartphone verwenden, sind anders, als jene der Digitalkamera. Das Objektiv der Smartphone-Kamera arbeitet als Weitwinkelobjektiv, weshalb Aufnahmen aus einem Winkel zwischen 25 und 75 wegen der Verzerrung zu seltsam aussehenden Bildern führen. Overhead- und Straight-on-Winkel funktionieren jedoch einwandfrei. Das ist auch der Grund, warum auf Instagram meist von oben aufgenommene Foodfotografie zu sehen ist. Wenn Sie mit dem Smartphone fotografieren und das Motiv näher abbilden wollen, dann gehen Sie näher ran und verwenden Sie nie die Zoomfunktion. Mit dem Digitalzoom werden Bild verpixelt und verlieren rasch sehr viel Qualität.

Bilder bearbeiten

Die direkte Bearbeitung der Bilder auf dem Smartphone ist möglich – es gibt mehrere Apps, die dafür angeboten werden. Lightroom und Photoshop haben sogar eine mobile Version, mit der Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Sättigung der Fotos einfach und schnell bearbeiten werden können. Die Verwendung von Filtern liegt im Trend, aber ich empfehle Ihnen, sie eher spärlich zu verwenden, denn eine zu starke Veränderung der Farben kann dazu führen, dass das Essen seine wahre Schönheit verliert. Versuchen Sie daher, die Bilder so natürlich wie möglich zu halten.  

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Die Nachbearbeitung der Bilder ist mithilfe verschiedener Apps direkt am Smartphone möglich

 

   

Veronika

Veronika Studer

Seit meiner frühen Kindheit habe ich ein großes Interesse an bildender  Kunst. Obwohl ich malte, zeichnete und modellierte, hatte ich nie daran  gedacht, die Fotografie als Beruf zu wählen. Das Ganze begann damit, dass ich in die Schweiz zog und einen Foodblog startete. Ich brauchte  etwas, das mich aufmunterte – ein Projekt. Etwas, worüber ich die volle Kontrolle hatte und das gleichzeitig Herausforderungen beinhaltete.
Ich verliebte mich sofort in die Welt der Foodfotografie und des Foodstylings, darum bin ich auch sehr dankbar, dass ich meine beiden
großen Leidenschaften in meiner Arbeit vereinen kann.
Heute arbeite ich als Food- und Lifestylefotografin für Magazine und verschiedene Unternehmen der Foodindustrie. Ich versuche stets, die Bilder mit Leben zu füllen, weil ich glaube, dass jeder Teller mit Essen eine Geschichte erzählt. Ich lasse mich sehr gerne inspirieren und versuche, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, weil Inspiration von vielen unerwarteten Seiten kommen kann.

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